CocoCarelle

Interessierte Leserinnen und Leser wie Ihr sind die wertvollste Motivation für mich zu schreiben.

Meine Werkzeuge sind die leichte Feder sowie der scharfe Blick fürs Unwesentliche. Ich nehme das Leben nicht auf die leichte Schulter, aber sehr gerne auf die Schippe. Bei mir gibts garantiert keine Schmink- oder Diättipps. Ich mags naturbelassen, echt und ehrlich.

Schwebt mit mir durchs Leben - ganz ungeschminkt und luftig leicht.

 

 

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(November 2025)

 

Aktuell, während ich diesen Text schreibe, findet mal wieder eine Klimakonferenz statt. Im fernen Brasilien treffen sich Vertreter aus ca. 190 Ländern, um sich auszutauschen und im besten Fall Abkommen zu erzielen, die verbindlich gelten und auch umgesetzt werden. Wegen der warmen Aussentemperaturen ist das Konferenzgebäude für angenehme Innentemperaturen natürlich klimatisiert. Trotzdem wird es drinnen gelegentlich heiss hergehen. Es werden sicherlich hitzige Diskussionen geführt, so dass sich das Verhältnis zwischen einzelnen Vertretern oder Ländern grad wieder um ein paar Grad abkühlen wird.

Die Hauptrolle sollte in diesem Ganzen nicht der Mensch, sondern der Planet Erde mit seiner wohltemperierten Pflanzen- und Tierwelt spielen. Da er aber vom Menschen quasi in die Nebenrolle gedrängt wird, passen sich Flora und Fauna schon mal selbständig an die neuen Umstände an, leider nicht nur zu ihrem Vorteil.

 

Beispiele gibt es bereits viele. Frösche und Kröten lieben eigentlich die kalten Monate, denn da fallen sie in Winterstarre und schlafen sich aus. Jetzt werden sie wegen höherer Temperaturen früher wach und wissen nix wirklich Schlaues mit der vielen Zeit anzufangen. Also beginnen sie aus lauter Verzweiflung früher mit der Fortpflanzung und betreiben diese auch länger. Also, ich täte mich bedanken, wäre ich Fröschin oder Krötin. Nicht nur, weil mein Schlaf mir heilig ist.
Auch Braunbären halten Winterruhe, gerne kühl. Hierbei schlafen sie aber nicht wirklich tief. Je wärmer es ist, desto mehr Körperfett benötigen sie fürs Überwintern, und es bleibt weniger Energie übrig, um - ebenfalls im Winter - Nachwuchs zu gebären. Und wer kürzer in der Höhle ruht, braucht auch mehr Futter. Das Buffet, welches Mutter Natur bietet, ist daher schneller leergeputzt und Futtermangel ist die Folge. Der Braunbär wird seltener.
Sein cooler Verwandter, der Eisbär, hat es auch nicht leicht. Vor lauter Zukunftsangst könnte er glatt kalte Füsse bekommen. Denn ihm zieht es im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Pranken weg. Die geschlossene Eisdecke ist sehr wichtig für ihn, sie ist sein „Tischlein deck Dich“. Nur hier kann er Robben jagen und sich an ihnen sattfressen. Der zwangsweise Rückzug aufs Land schmeckt dem Eisbären gar nicht, denn hier droht ihm das Verhungern.
Blöd läufts auch für den Kuckuck. Ein ziemlich frecher Geselle ist das. Ganz unverblümt legt er traditionell seine Eier in fremde Nester. Das ist fast so etwas wie Leihmutterschaft. Der Kuckuck mag nur die Vorfreuden der Elternschaft, und das gerne ausgiebig und breitgestreut. Monogamie findet er doof.  Die Resultate des Ganzen gehen ihn aber nichts mehr an.  Dieser Vogel hat wohl ‘nen Vogel!
Nun, den Winter verbringt er gerne in Afrika. Leider hat er noch nicht geschnallt, dass hierzulande der Frühling mit den dazugehörigen Gefühlen mittlerweile viel früher beginnt. Er findet bei seiner Rückkehr also keine bewohnten Nester mehr, weil die Wirtsvögel ihre ehelichen und elterlichen Pflichten längst erfüllt haben. Zum Kuckuck nochmal! Wenn er sich auch in Zukunft nicht selber um seine Brut kümmern möchte, sollte er unbedingt ab sofort einen früheren Rückflug aus Afrika buchen.
Glücklicherweise findet der Kuckuck aber zumindest ein sicheres Zuhause: nämlich in der Kuckucksuhr. Hierin macht er stündlich kleine Turnübungen und stösst dabei lautstark das Fenster auf, um uns über die aktuelle Zeit zu informieren.


Elefanten entwickeln grössere Ohren, über die sie die überschüssige Wärme besser abgeben können. Tukane oder manche Papageien tun dies über grössere Schnäbel. Sind beim Menschen hierfür die aufgepumpten dicken Lippen erfunden worden? Und unsere Ohren sind ohnehin nicht zu bremsen, sie werden im Laufe der Jahre stets grösser. Wenn ich dann mal 100 bin, kann ich mich auch schön runterkühlen.
Vielleicht sollte jemand den Teilnehmenden der Klimakonferenz vorsorglich mal die Ohren langziehen. Dann überhitzen sie nicht während der Tagung, bewahren einen kühlen Kopf und treffen klimafreundliche Entscheidungen. Damit auch dem Kuckuck nicht sein letztes Stündlein schlägt.